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Die Züchtersuche

woher einen Labrador?

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Der Erwerb eines Hundes ist eine Angelegenheit die gründlich überlegt sein muß. Sie sollten nicht wahllos bei irgendeiner Zuchtstätte oder gar bei Händlern einen Welpen erwerben. In unserer hundefeindlichen Zeit, ist es eine Notwendigkeit, einen Hund zu erwerben, der für Besitzer und Umwelt zu keinem Problem wird. Nur problemlose und gesunde Hunde machen dem Besitzer und den Nachbarn Freude. Da der Erwerb eines vierbeinigen Begleiters doch einen nicht zu übersehbaren Eingriff in Ihre Privatsphäre bedeutet, informieren Sie sich vor dem Kauf genau. Sehen Sie sich Ihren Züchter genau an, und besuchen Sie auch noch andere Züchter. Hundekauf ist Vertrauenssache. Offenheit und Ehrlichkeit sollten an erster Stelle stehen.

 

Wenn man einen Hundezüchter besucht, ist dieser Besuch überaus aussagekräftig. Falls der Züchter schon von Anfang an einen unsympathischen und zweifelhaften Eindruck auf sie macht, ist es unbedingt abzuraten, bei diesem Züchter einen Welpen zu kaufen. Natürlich kann auch diese erste Einschätzung trügerisch sein, deshalb sollten wichtige Dinge überprüft werden:

 

Haltungsbedingungen
• Wie sind die Hunde untergebracht?
• Wie hält es der Züchter mit Sauberkeit und Hygiene?
• Sind die Hunde offensichtlich gesund oder zeigen sie Krankheitszeichen?
• Wie reagieren die Hunde auf den Züchter und auf den Besuch?

 

Die Haltungsbedingungen sind ein wichtiger Faktor: Artgerechte Welpenaufzucht braucht ein hundegerechtes Umfeld, regelmäßigen Auslauf und vor allem ständigen Kontakt zu ihrer Besuchsperson. Wenn die Welpen ausschließlich in Zwingeranlagen gehalten werden und sie reagieren sie ängstlich und aggressiv, wenn man sich ihnen nähert, ist das ein schlechtes Zeichen.

 

Ein gepflegter Hundehaushalt riecht nicht unangenehm, obwohl man Hunde, vor allem wenn sie nass sind, sicher einmal riechen darf.

 

Auch sollten natürlich die Hunde einen gepflegten Eindruck machen. Verschmutzungen, Verkrustungen and den Augen, der Nase oder im Afterbereich können Hinweise auf mangelnde Pflege oder auf Krankheiten sein. Auch sollte man den Fellzustand genau prüfen, es sollte sauber und glänzend sein.

 

Sehr aufschlussreich ist die Beziehung zwischen Hund und Züchter. Ein verantwortungsvoller Züchter hat einen engen Kontakt zu seinen Tieren. Die meisten Züchter integrieren ihre Tiere voll und ganz in das Familienleben und legen größten Wert auf die frühzeitige Sozialisierung ihrer Welpen. Werden Hunde in Zwingeranlagen gehalten, sollte man erwarten, dass sich der Züchter täglich genügend lange um die Tiere kümmert und die Tier auch regelmäßigen Auslauf haben.

 

Bevor man sich überlegt, einen Welpen zu kaufen, sollte man sich auch die Eltern der Welpen ansehen, um auch einen Aufschluss über späteres Aussehen und auch charakterliche Eigenarten der Welpen zu erkennen. Leider ist es nicht immer möglich, den Vater der Welpen zu sehen, da viele Züchter keinen eigenen Deckrüden besitzen, aber vielleicht kann ihnen der Züchter ja ein Bild oder ein Video des Vaters zeigen. Aber Vorsicht: Die Mutter der Welpen sollte auf jeden Fall anwesend sein! Denn wenn die Welpen schon in einem Alter von wenigen Wochen von ihrer Mutter getrennt wurden, sollte Sie das nachdenklich stimmen.

 

Ahnentafel
Ich halte es für absoluten Schwachsinn, wenn gesagt wird, dass nur Züchter, die im VDH/FCI züchten "seriös" sind. Genauso falsch ist es, zu behaupten, alles andere wären schwarze Schafe. Eine gewisse Vereinszugehörigkeit garantiert keinen gesunden Welpen. Schauen sie sich den Züchter und die Zuchtstätte gut an. Achten sie auf die anderen Hunde des Züchters und fragen sie ihm "Löcher in den Bauch". Haben sie jederzeit ein gutes Gefühl, spielt es absolut keine Rolle, in welchem Verein/Verband der Züchter züchtet.

Checkliste zur Züchtersuche

  • Der Züchter hält nicht mehr als ein bis zwei Rassen
  • Gute Zuchtstätten haben nicht das ganze Jahr über Nachwuchs abzugeben. Die Fließbandmethode, bei der jede Woche Nachwuchs angeboten wird, ist gewerbliche (Massen)zucht. Selbst wenn in solchen Zuchtanstalten zusätzliche Helfer/Tierpfleger herangezogen werden, bleibt keine Zeit für die individuelle Prägung des Nachwuchses. Fehlprägungen und gestörtes Sozialverhalten sind bei solchen Tieren an der Tagesordnung.
  • Die Zuchtstätte bzw. die Aufzuchträume sind hell, geräumig, und beheizbar
  • Alle Räumlichkeiten sind hygienisch einwandfrei und sauber.
  • Die Zuchtanlagen wurden arttypisch errichtet und bieten den Tieren genügend Freiraum.
  • Der Züchter interessiert sich für die Haltungsbedingungen beim Käufer, rät ihm notfalls sogar vom Kauf ab, statt ihm ein Tier "aufzuschwatzen".
  • Es gibt keine "Sonderangebote" oder Schnäppchen sondern Festpreise, der Qualität des Tieres entsprechend. Die Preise bewegen sich im Bereich anderer organisierter Züchter dieser Rasse. Gute Züchter haben sehr viele Auslagen, die durch den Kaufpreis eines Jungtieres oft gerade so abgedeckt werden. Wer noch viel Spielraum für Verhandlungen hat, spart entweder an der Aufzucht oder er hat eine große Menge von Tieren, wo es dann die Masse bringt. Leider kaufen Sie dann alle Nachteile eines Tieres
  • Sie erhalten einen detaillierten Kaufvertrag.
  • Der Züchter zeigt Ihnen seine Zuchtanlage und die Räumlichkeiten.
  • Sie dürfen die Zuchtdokumente - Elterntiere, Jungtiere und Zuchtstätte betreffend - einsehen. Die Dokumente sind keine "Eigenproduktionen", sondern sichtbar echt.
  • Der Züchter bemüht sich im die jeweils bestmögliche Verpaarung und kann Ihnen aufschlussreich erklären, warum er genau diese Verpaarung durchgeführt hat.
  • Der Züchter kann Ihnen ohne Zögern Auskunft geben, was er für die Verbesserung der Qualität seiner Rasse unternimmt. Fahrten zu weit entfernten Vatertieren, Zukäufe aus anderen Linien, Importe von Tieren, Vermeidung von häufigen Wiederholungsverpaarungen (Verbesserung der genetischen Breite der Rasse) sollten selbstverständlich sein.
  • Der Züchter kann Ihnen schlüssig Auskunft über Anatomie, Wesen und ggf. Zuchtprobleme der Rasse geben.
  • Alle Tiere des Züchters verhalten sich ihm gegenüber vertrauensvoll.
  • Die erwachsenen Tiere und die Jungtiere zeigen keine ausgeprägte Angst Fremden gegenüber. Eine gewisse Vorsicht oder Reserviertheit dürfen sowohl Muttertiere, als auch Welpen den Besuchern gegenüber haben. Die Charaktere sind unterschiedlich und es gibt durchaus noch Mütter, die einen ausgeprägten Beschützerinstinkt haben und sich nicht über jeden Fremden freuen, der ihre Kleinen anfasst. Deswegen sind sie nicht wesensschwach oder agressiv! Die meisten Jungtiere sind unbekümmert und freuen sich über Besucher. Aber nicht alle bewegen sich sofort auf Fremde zu. Einige warten vorsichtig ab, müssen deswegen aber noch keine "Feiglinge" sein. Nur panisches Fluchtverhalten, Schreckhaftigkeit, ausgeprägte Angstanzeichen und übermäßige Unterwürfigkeit sollten Sie vom Kauf abhalten. Solche Tiere sind wesensschwach und werden es bleiben.
  • Organisierte Züchter bieten nur Tiere mit Abstammungspapieren an. Wenn Sie zwischen "mit Papieren" und "ohne Papiere" wählen dürfen, hintergeht der Züchter die Bestimmungen seines Zuchtverbandes, der solche Optionen nicht vorsieht.
  • Die Tiere sind eindeutig und unverwechselbar gekennzeichnet (Microchip, Täto- Nummer) und Sie erhalten einen dazu passenden Impfausweis und die Abstammungspapiere. Achten Sie auf Fälschungen oder Korrekturen in den Papieren.
  • Gute Züchter drängen nicht auf eine Entscheidung, sondern bieten Ihnen Zeit zum Überlegen an.
  • Ordentliche Züchter können auch keine Welpen auf Bestellung liefern. Züchter, die Ihnen zig Rassen binnen kürzester Frist auf Bestellung liefern, sind Tierhändler. Hier werden meistens Tiere aus dubiosen Auslandszuchten billig beschafft und teurer veräußert. Es geht dabei nicht um Tiere, sondern nur um Profit! Überflüssige, nicht absetzbare Tiere werden genauso schnell "beseitigt", wie sie beschafft wurden. Unterstützen Sie diese Geschäfte nicht durch einen Mitleidskauf. Sie schaffen durch die vermeindliche "Rettung" nur Platz für das nächste bemitleidenswerte Geschöpf.
  • Alle Tiere des Züchters müssen gepflegt und gut genährt sein. Jede Art von Mangelerscheinungen (schwache Knochen, aufgetriebene Bäuche, Verklebungen im Fell, stumpfes Haar, Parasiten, stinkende Ausscheidungen, Durchfall etc.) weisen auf Erkrankungen oder schlechtes Futter hin. Kaufen Sie solche Tiere auf keinen Fall!
  • Jungtiere und erwachsene Tiere des Züchters zeigen ein arttypisches Temperament und eine entsprechende Bewegungsfreudigkeit.
  • Der Züchter ist gern bereit, Ihnen auch nach dem Kauf des Tieres immer mit Rat und Tat beiseite zu stehen.

Was wird ein guter Züchter von Ihnen wissen wollen?

  • Haben Sie genügend Zeit für das Tier?
  • Wie lange muss es allein zu Hause bleiben (5 Stunden gelten als Grenzwert für sozial eng an den Menschen gebundene Tiere wie Hunde.)
  • Lassen Ihre berufliche Entwicklung und Ihre Familienplanung auch auf lange Sicht genügend Zeit für ein Tier?
  • Haben Sie auf Dauer Lust, sich um Pflege, Haltung, Ernährung, Beschäftigung und Erziehung des Tieres zu kümmern?
  • Ist eine Möglichkeit vorhanden, das Tier im Urlaub unterzubringen oder betreuen zu lassen, falls eine Reise mit dem Tier nicht möglich ist?
  • Befürworten Ihre Familienmitglieder die Anschaffung eines Haustieres ebenfalls?
  • Sind Allergien gegen Tierhaare oder andere Allergien in Ihrer Familie bekannt, so dass eine Abklärung wichtig wäre?
  • Können Sie Ihr Grundstück ggf. ausbruchsicher einzäunen?
  • Sind in Ihrer Wohnung laut Mietvertrag Tiere erlaubt?
  • Ist eine Zustimmung des Vermieters oder der Nachbarn einzuholen?
  • Können Sie die Kosten für ein Tier aufbringen? Diese umfassen Ernährung, Pflege (Hundefriseur), Unterbringung im Urlaub (Tierpension), Steueren und Versicherungen, Anschaffung von Tierbedarf, bauliche Veränderungen für das Tier, Gesundheitsvorsorge (Impfungen, Entwurmungen, prophylaktische Behandlungen, Tierarztbehandlungen im Krankheitsfall und evt. sogar Operationen)?